Wichtige Prinzipien nach dem Erleben einer belastenden Erfahrung oder Katastrophe (nach S. Hobfoll)

Sicherheit herstellen – Zuerst äußere Sicherheit, wie zum Beispiel ein ruhiger, sicherer Ort dann innere Sicherheit mit der Gewissheit: Es ist vorbei, ich habe überlebt.

Beruhigen – Nur im Zustand der Ruhe lassen sich Informationen verarbeiten

Selbstwirksamkeit stärken – Was kann ich tun? Wer kann mir helfen?

Verbunden-sein – Familie, Freunde, Nachbarn, Hilfe von außen annehmen

Hoffnung – Wer oder was kann mir Mut und Zuversicht vermitteln?

Netzwerk „Soforthilfe Psyche“

Netzwerk „Soforthilfe Psyche“ wurde gegründet, um Opfern der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schnell passende Behandlungsplätze oder auch Beratung anzubieten.

Auf Anfrage aktiv für fachlich qualifizierte Akutinterventionen vor Ort für Einzelne und Gruppen; für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Familien, Beratung für Erzieher:innen und Lehrer:innen.

Wir sind: Ausgebildete Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen, Psycholog:innen und Ärzt:innen mit dem fachlichen Schwerpunkt der Psychotraumatologie.

Webseite: www.sofortaktiv.de

Mail an:  trauma@sofortaktiv.de

An alle Familien, die durch die Flutkatastrophe betroffen sind – was ist aus psychotraumatologischer Sicht jetzt zu tun?

  1. Für äußere Sicherheit sorgen: d. h. suchen Sie einen sicheren Ort auf in Notunterkünfte, bei Freunden und Verwandten.
  2. Rücken Sie im wahrsten Sinne des Wortes zusammen – Sicherheit ist eher durch in den Arm nehmen oder zusammen sitzen zu vermitteln als durch viele Worte.
  3. Kommen Sie zur Ruhe, trinken und essen etwas. Halten Sie sich und Ihre Kinder warm z.B. Decke, warme Jacke, Kuscheltier.
  4. Kümmern Sie sich um evtl. körperliche Verletzungen und nehmen medizinische Unterstützung in Anspruch.
  5. Sprechen Sie über das Geschehene – wenn Sie möchten. Dies gilt auch für Ihre Kinder – bitte drängen Sie sie nicht, über das Erlebte zu sprechen.
  6. Seien Sie einfach da und geben Zeit und Zuwendung.
  7. Nehmen Sie jedwede praktische und emotionale Unterstützung in Anspruch, die Ihnen angeboten wird. In solchen Notsituation braucht jeder Mensch Hilfe und Unterstützung!Pokal, Trinken, Frisch, Grün, Kraut

Die drei Fragen… nach Lew Tolstoi

Die drei Fragen von Lew Tolstoi (1828-1910)

Der russischen Schriftstellers Lew Tolstoi  war seiner Zeit voraus und schrieb eine Geschichte, die von Achtsamkeit und  Selbstmitgefühl handelt. Eine wichtige Botschaft  für uns alle …

Es war einmal ein König, der immer alles richtig machen wollte und nach Antworten auf die Frage suchte: Wie kann ich alles richtig machen?
Die klugen Antworten der Weisen aus den verschiedenen Bereichen wie Religion, Kriegskunst und anderen Wissensgebieten genügten ihm nicht.

Der König traf einen Einsiedler und beobachtete ihn bei seiner Tagesarbeit. Am Ende des Tages stellte er dem Einsiedler die folgenden drei Fragen: Was ist das Wichtigste, dass man tun kann? Wer ist die wichtigste Person? Und was ist der wichtigste Moment?
Der Einsiedler antwortete: Das ist ganz einfach. Die wichtigste Sache ist die, die man  gerade jetzt tut. Die wichtigste Person ist die, mit der du gerade zusammen bist. Und wenn du allein bist, bist du es. Und der wichtigste Moment ist das Jetzt. Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, Du weißt nicht, was die Zukunft bringen wird, aber Du hast Fähigkeit, den gegenwärtigen Moment zu gestalten.

Und nun die Fragen an Sie bzw. euch:
1. Was machen Sie gerade jetzt? Etwas Schönes oder etwas Schwieriges? Genießen oder schaffen?
2. Wer ist bei Ihnen? Freunde oder Familie oder ein Haustier? Sind Sie allein?
3. Wie ist der aktuelle Moment? Was können Sie tun, um diesen Moment zu verbessern? Nur ein kleines bisschen…

Daniela Lempertz (2021)

Wellen …

Welle, Wasser, Surfen, Ozean, Meer

Wellen…

In den letzten Monaten hörten wir dieses Wort sehr oft.

Länder befanden sich in der 1. oder 2. oder manche auch schon in der 3. Welle der Coronapandemie.

Doch es gibt auch andere Wellen … zum Beispiel im Urlaub, am Meer wo viele verschiedene Wellen zu beobachten waren.

Kleine Wellen, die gerade einmal die Füße bei einem Strandspaziergang umspielten.

Größere Wellen, die zum Hüpfen über den Wellenkamm einluden.

Große Wellen, die einen stets vor die Entscheidung stellten: besser darunter durchtauchen oder versuchen, ganz hoch zu springen?

Alle Wellen konnten mit Spaß, Mut und auch Zufriedenheit gemeistert werden, wenn jemand da war, der einen an der Hand hielt.

Entweder um gemeinsam abzutauchen oder gemeinsam darüber zu springen…

Auch in den Zeiten der Wellen der Coronapandemie ist es hilfreich und unterstützend, gehalten zu werden und die Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Halten kann bedeuten, mit vertrauten Menschen in Kontakt zu bleiben, zu telefonieren, gemeinsame Spaziergänge zu unternehmen.

Auch im neuen Jahr gemeinsam überlegen und schauen: was ist möglich anstelle von was ist nicht möglich?

P.S. Jede Welle hat einen Anfang und auch ein Ende 😊

Daniela Lempertz ©2021